Der GRP ist ein Maß für den Werbedruck einer Kampagne in einer definierten Zielgruppe. Er berechnet sich nach der Formel Netto-Reichweite in Prozent x durchschnittlicher Kontaktdosis (englisch: Opportunity to see, kurz OTS). Eine Kampagne mit 50% Reichweite in der Zielgruppe mit im Schnitt 3 Kontakten erzielt also (50×3=) 150 GRP. Bei Mehrfachbelegung eines Mediums oder mehrerer Medien werden die einzelnen Reichweiten ohne Berücksichtigung interner und externer Überschneidungen addiert.
Nicht berücksichtigt wird beim GRP die Kontaktqualität, was einen intermedialen Vergleich erschwert. Medien mit einer sehr unterschiedlichen Kontaktqualität (z.B. Social Video mit sehr flüchtigen Kontakten und Connected TV mit einer fast 100 prozentigen Durchsichtsrate) sollten daher nicht zu einem GRP Wert verdichtet werden, ohne zuvor die Kontaktqualität entsprechend gewichtet zu haben.
In der beruflichen Praxis wird oft mit Erfahrungswerten gearbeitet. Gemäß einer in der TV-Planung üblichen Heuristik sollte eine Kampagne mindestens einen Werbedruck von mindestens 100 GRP pro Woche aufweisen, um eine Auswirkung auf Bekanntheit, Image oder Abverkauf zu haben. In Kombination mit Erkenntnissen zur optimalen Kontaktdosis von 4 bis 6 Kontakten je Individuum ergeben sich pro Kampagnenflight oft Werte von über 600 GRP in der Zielgruppe.
Durch die Division von Budget geteilt durch GRP ergibt sich als weiterer Kennzahl (KPI) der Cost per Gross Rating Point (oder Cost per GRP). Da der Gross Rating Point stark von der Größe der zugrundegelegten Zielgruppe abhängig ist, gibt es keinen allgemeingültiges „gutes“ Niveau für einen Cost per GRP.





