Bing AI Performance Dashboard: Warum Sichtbarkeit in KI-Antworten für Werbetreibende zählt

Microsoft hat Anfang Februar 2026 das AI Performance Dashboard in den Bing Webmaster Tools eingeführt. Zum ersten Mal können Website-Betreiber dort sehen, wie oft ihre Inhalte in KI-generierten Antworten zitiert werden – über Microsoft Copilot, Bing AI-Zusammenfassungen und ausgewählte Partner-Integrationen. Das klingt zunächst nach einem reinen SEO-Thema, ist aber für Werbetreibende hochrelevant. Denn die Art, wie Menschen Informationen suchen, verändert sich fundamental.

Von Suchergebnissen zu KI-Antworten

Die Verschiebung ist messbar: Laut Daten aus dem Juni 2025 stiegen KI-Referrals zu Top-Websites im Jahresvergleich um 357 Prozent und erreichten 1,13 Milliarden Besuche. Immer mehr Nutzer fragen nicht mehr eine Suchmaschine, sondern einen KI-Assistenten. Die Antwort kommt direkt – oft ohne Klick auf eine Website.

Das hat Konsequenzen für die Customer Journey. Wenn potenzielle Kunden Ihre Marke, Produkte oder Dienstleistungen über KI-Antworten kennenlernen, sollten Sie verstehen, ob und wie Ihre Inhalte dort auftauchen. Klassische SEO-Metriken wie Rankings und Klicks greifen zu kurz, wenn der Nutzer die Information bereits in der KI-Antwort erhält.

Was zeigt das AI Performance Dashboard

Das neue AI Performance Dashboard bietet fünf zentrale Metriken.

  1. Total Citations zeigt, wie oft Ihre Website insgesamt als Quelle in KI-Antworten erscheint.
  2. Average Cited Pages gibt an, wie viele verschiedene URLs pro Tag durchschnittlich zitiert werden. Diese Zahl zeigt, ob einzelne Seiten oder breite Inhaltsbereiche referenziert werden.
  3. Grounding Queries sind die Suchphrasen, die dazu führen, dass Ihre Inhalte von der KI abgerufen und zitiert werden. Microsoft betont, dass die Werte aus einer Stichprobe und nicht aus den vollständigen Daten ermittelt werden. Trotzdem geben sie wertvolle Hinweise, für welche Themen und Fragen Ihre Inhalte als relevant gelten.
  4. Page-Level Citation Activity listet auf, welche konkreten URLs am häufigsten zitiert werden. Das hilft zu verstehen, welche Inhalte bei KI-Systemen besonders gut funktionieren.
  5. Der Timeline-View zeigt, wie sich die Zitierhäufigkeit über die Zeit entwickelt – hilfreich, um Trends zu erkennen oder den Effekt von Content-Optimierungen zu messen.

Warum das AI Dashboard für Werbetreibende relevant ist

Auf den ersten Blick scheint das Tool primär für SEO-Teams gedacht. Aber es hat direkte Implikationen für Marketing-Entscheider. Zunächst existiert jetzt eine neue Form der Markenwahrnehmung. Wenn Ihre Marke oder Produkte in KI-Antworten auftauchen, beeinflusst das die Kaufentscheidung – auch wenn der Nutzer nie auf Ihre Website klickt.

Deswegen sollte die Content-Strategie angepasst werden. Das Dashboard zeigt, welche Inhalte und Themen von KI-Systemen als zitierwürdig eingestuft werden. Faktische, gut strukturierte Informationen mit klaren Überschriften und evidenzbasierten Aussagen haben bessere Chancen. Das ist relevant für alle Content-Marketing-Aktivitäten.

Zudem wird die Attribution komplexer. Klassische Web-Analytics erfassen KI-vermittelte Touchpoints nicht vollständig. Wenn jemand über eine Copilot-Antwort von Ihrer Marke erfährt und Tage später konvertiert, fehlt dieser Zusammenhang in den meisten Attribution-Modellen. Das AI Performance Dashboard schließt zumindest für Bing diese Lücke teilweise.

Zu guter Letzt: Wettbewerbsanalysen bekommen eine neue Dimension. Wer in KI-Antworten häufiger zitiert wird als die Konkurrenz, gewinnt an Autorität und Sichtbarkeit – unabhängig von klassischen Rankings.

Was Google (noch) nicht bietet

Wichtig zu wissen: Google bietet bislang keine vergleichbare Transparenz. AI Overviews und AI Mode erscheinen in der Google Search Console im allgemeinen Performance-Bericht, aber es gibt keinen dedizierten Report mit Zitier-Zahlen auf URL-Ebene. Microsoft geht mit dem AI Performance Dashboard also einen Schritt weiter in Richtung Transparenz.

Das bedeutet nicht, dass Bing für die meisten Werbetreibenden wichtiger ist als Google – der Marktanteil bleibt deutlich kleiner. Aber es zeigt die Richtung, in die sich Suchmaschinen-Marketing entwickelt. Google wird möglicherweise bald nachziehen, und die Prinzipien gelten plattformübergreifend.

Praktische Empfehlungen für Marketing-Entscheider

Wenn Sie die Bing Webmaster Tools noch nicht nutzen, ist jetzt ein guter Zeitpunkt, Ihre Website zu verifizieren und das AI Performance Dashboard zu prüfen. Selbst wenn Bing nicht Ihr Hauptkanal ist, liefert es Erkenntnisse über die Zitierwürdigkeit Ihrer Inhalte.

Arbeiten Sie mit Ihrem Content-Team daran, Inhalte KI-freundlich zu strukturieren. Das bedeutet: klare Überschriften, faktische Aussagen mit Belegen, aktuelle Informationen und konsistente Darstellung über verschiedene Formate hinweg. Diese Best Practices verbessern nicht nur die Chancen auf Zitierung, sondern auch die Nutzererfahrung der User. Weitere Ansätze zur inhaltlichen Überarbeitung finden Sie auch in unserem Artikel „Zero-Click-Suche: Neue SEO-Strategien für 2026“.

Erweitern Sie Ihre Attribution-Modelle um KI-Touchpoints. Das ist noch anspruchsvoll, weil die Datenbasis dünn ist, aber die Richtung ist klar: Künftig müssen Sie berücksichtigen, dass Kunden über KI-Assistenten mit Ihrer Marke in Kontakt kommen.

Fazit: Generative Engine Optimization (GEO) als Ergänzung zu SEO

Microsoft nennt das AI Performance Dashboard einen ersten Schritt in Richtung Generative Engine Optimization. Der Begriff ist noch neu, aber das Konzept wird bleiben. Werbetreibende müssen verstehen, dass Sichtbarkeit künftig nicht mehr nur aus Rankings besteht, sondern auch aus Zitierungen in KI-generierten Antworten.

Das Dashboard ist derzeit in der Public Preview und wird laut Microsoft noch laufend weiterentwickelt. Wer jetzt frühzeitig startet, diese neuen Metriken zu verstehen und in seine Strategie einzubeziehen, verschafft sich Vorteile gegenüber dem Wettbewerb in einer sich schnell verändernden Medienlandschaft.

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